00:00:05: Ja, hallo und willkommen beim Deep Dive Clinic Podcast.
00:00:15: Bisher habe vor dem ich David Wortmann die Gespräche hier im Podcast geführt.
00:00:19: Künftig werden ihr aber noch andere Stimmen aus dem DVR-Eco Team hören, die sich mit spannenden Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Investorinnen und Investoren aus der CleanTech Welt austauschen.
00:00:57: Wir entwickeln einen Verfahren, das sehr komplexe Abfälle zusammen mit CO² recycelt.
00:01:03: und damit fossile Ressourcen ersetzt, weil es der Materialkreislauf insbesondere für Kohlenstoff schließt.
00:01:10: Ich habe auf eurer Homepage öfter mal gelesen, dass ihr von Defossilisierung sprecht statt Dekarbonisierung.
00:01:16: was ist denn da der Unterschied?
00:01:17: Kannst du das nochmal erklären?
00:01:19: Es ist sektorenspezifisch.
00:01:21: bei der Dekarbonisierung geht's darum den Kohlendstoff raus zu bekommen und das ist immer dann gut möglich wenn wir den Kohlenstoff als Energieträger nutzen also wenn wir fossile ressourcen verbrennen, um die dabei freigewordene Energie irgendwie zu nutzen.
00:01:36: In Form von Wärme zum Beispiel war.
00:01:38: für Defossilisierung spricht man in Sektoren wo man den Kohlenstoff als Materialbasis benötigt.
00:01:44: und in der chemischen Industrie, die ja sozusagen die Mutter der Industrien ist geht es eben los mit der Zusammensetzung der verschiedenen Materialien, die wir benötigen um unsere Produkte des alltäglichen Lebens herzustellen.
00:01:57: und da ist Kohlenstoff ein ganz zentrales Element.
00:01:59: Ein ganz zentales Atom das wir benötingen um diese Produkte überhaupt herstellen zu können.
00:02:04: Das heißt da kann ich auf den Kohlenstoff gar nicht verzichten weil ich den brauche um die Moleküle und die Produkte daraus zu bilden.
00:02:11: deswegen kann ich denen nicht ersetzen also nicht dekabolisieren.
00:02:14: Aber ich kann den Kohlenstoff natürlich defossilisieren, also eine andere Kohlenstoffquelle finden.
00:02:19: Okay zu eurer Technologie sprechen wir später nochmal detaillierter.
00:02:23: erst mal noch ein paar Fragen zu dir selbst.
00:02:25: du kommst ja aus der Forschung und bist mit Seichleis schon zum zweiten Mal gründerin.
00:02:29: was hat dich denn von der Wissenschaftlerin zur CEO gemacht?
00:02:32: Primär die Feststellung dass wieder ein echt riesiges Potenzial identifiziert haben um den Prozess dazu entwickelt haben mit Plasmatechnologie, Kohlenstock sehr stabilen Strukturen, wie das zum einen bei CO-Zweiderfall ist aber eben auch bei Abfällen wieder zurück zu konvertieren.
00:02:50: Und das Gepart mit der Erkenntnis dass es leider immer noch relativ unwahrscheinlich ist, wenn man so eine Erkenntnisse oder so ein entwickelten Prozess publiziert.
00:02:59: ne große Firma kommt und sagt hey super Idee ich investiere jetzt noch zehn Jahre Entwicklungszeit und hundert Millionen Euro Entwicklungsbudget und bringen wir's in die industrielle Anwendung.
00:03:11: Tja, da blieb dann sozusagen nur Publizieren für die Schublade und ab in die Industrie oder eben selber in die Hand nehmen.
00:03:17: Und daraus eine Firma bauen, die dann zur industriellen Reife diesen Prozess weiterentwickelt.
00:03:24: und ich denke das herausfordernde ist, dass wir uns ja in der chemischen Industrie als Sektor bewegen wo die Prozesse und die Anlagen natürlich extrem groß sind.
00:03:33: Also wirklich riesige Volumenströme benötigen um überhaupt zum Bedarf abdecken zu können.
00:03:39: Das heißt es eine große Herausforderung wenn man aus dem Labor kommt wo alles noch relativ klein und überschaubar ist also eine sehr lange Entwicklungsreise.
00:03:46: Das war uns schon auch sehr bewusst und trotzdem haben wir gesagt jawohl!
00:03:50: Wir nehmen das in die Hand und machen das selbst
00:03:53: Und du hast ja nicht alleine gegründet, sondern ihr seid zu viert in eurem Unternehmen?
00:03:58: Wir sind vier Gründende.
00:04:00: Genau wir sind drei Techies sozusagen und haben auch davor schon zusammen im Labor an dem Prozess gearbeitet und geforscht.
00:04:06: Das heißt wie kannten uns sehr gut und kannte natürlich auch den Prozess sehr gut.
00:04:11: was wir nicht so hatten vom Hinterkund Kompetenz ist die ganze Finanzwahl Betriebswirtschaft und da haben wir dann Dominic mit ins Boot geholt und sind so zuviert gestartet.
00:04:23: Und du bist ja, glaube ich auch Teil der Startup Baden-Württemberg-Kampagne für Gründerin Sichtbarkeit.
00:04:28: Wie hast du es denn erlebt oder wie erlebst du das immer noch als Frau in einem sehr technischen Männerdominierten Deep Tech Feld?
00:04:35: Beispielsweise Investoren von eurer Technologie zu überzeugen oder überhaupt in dieser Branche anzuarbeiten?
00:04:41: Ja die Zahlen dazu sind leider recht ernüchternds gibt ja nur insgesamt Rund zwanzig Prozent Gründerinnen in dem ganzen Start-up umfällt und davon wiederum gehen nur ungefähr zwei Prozent des Kapitals an weiblich geführte Grundungsunternehmen.
00:04:55: Insofern ist mir schon sehr bewusst, dass wir da einem systemischen Ungleichgewicht noch drinstecken.
00:05:00: Trotzdem gibt es natürlich zunehmend mehr Initiativen und auch Merksamkeit auf das Thema und auch einen sehr bewussten Umgang damit.
00:05:07: In sofern finde ich sehr schön, dass jetzt begonnen haben dieses riesige Potenzial zu hebeln.
00:05:13: Gibt es da auch was, was du vielleicht Gründerin so im Hardware DeepTech Bereich raten würdest?
00:05:18: Das hast du da Tipps an wie man das angehen kann oder Learnings die du selber erfahren hast.
00:05:24: Also was sicherlich hilft ist sich gut zu vernetzen.
00:05:28: zum einen weil Netzwerke sowieso ganz elementar und relevant sind und zum anderen auch weil's für die persönliche Resilienz natürlich total hilfreich ist, weil man dadurch immer wieder erfährt diese repetitiven Erfahrungen, im Kontext macht, die sind nicht persönlich getrieben sondern es ist eben was Systemisches und das alleine ist schon total kraftspendend für mich zumindest.
00:05:53: Insofern kann man da ganz viel auch rausziehen, Tipps austauschen, Situationen gemeinsam einordnen aber natürlich auch ganz konkret und sehr sagen Business Getrieben sich vernetzen und gegenseitig unterstützen Das machen sowieso alle Gründende.
00:06:07: insofern sollte das Frau nochmal sehr bewusst.
00:06:09: dazu würde ich sagen
00:06:11: Hast du da bestimmte Netzwerke, die du vielleicht sogar empfehlen kannst?
00:06:14: Es gibt sehr viele Netzwerken in dem Bereich.
00:06:17: Wir sind ja aus Exist heraus oder das war das erste Forschungsförderung, den wir bezogen haben als Zeitleist.
00:06:25: Da gibt es Gruppen extra für Gründerinnen, die finde ich extrem hilfreich weil man auch sehr vertraut miteinander sprechen kann.
00:06:32: Aber auch die ganzen Start-up Hubs, sag ich mal haben das also in München zum Beispiel.
00:06:37: Da kommen ja ein Großteil unserer Investoren her.
00:06:39: Das heißt wir sind viel im Münchner Ökosystem unterwegs.
00:06:42: Auch da gibt es regelmäßig Formate, die sehr toll sind weil auch aus ganz verschiedenen Kontexten Frauen zusammenkommen, die dann doch immer wieder viele Ähnlichkeiten einfach miteinander teilen.
00:06:56: Du hast dir vorhin schon so ein bisschen angerissen als jetzt nochmal mehr zu sei gleich selbst Zu eurer Gründung.
00:07:02: Also wie kam es überhaupt zu der Gründungen und wann habt ihr euch gegründet?
00:07:06: Und ja, wo steht denn vielleicht?
00:07:07: gerade
00:07:08: also gestartet bin ich zwanzig neunzehn als Forscherin eben an der Universität Stuttgart und Ich bin da zu dem Team von Stefan Renninger dazu gekommen.
00:07:18: Der hat schon halbes Jahr vor mir begonnen mit seiner Promotion auf dem Thema CO-Zweispaltung zur Herstellung von Schiffsteasel.
00:07:25: Da war die Idee aus Luft und Wasser Kraftstoff herzustellen.
00:07:29: Die Idee ist auch super.
00:07:30: Da waren auch mehrere Firmen und auch Universitäten oder Forschungseinrichtungen beteiligt, wir haben dann aber im Laufe des Projektes festgestellt zum einen war die Zeit noch nicht reif würde ich jetzt zurückblickend sagen da hat noch niemand über ja es ist der Aviation für uns wie wir heute dazu sagen gesprochen.
00:07:46: da gab's auch noch keine politische Incentivierung da waren mir noch richtige Pioniere auf dem Feld kann man sagen.
00:07:53: Zum anderen haben wir in einer technikonomischen Betrachtung also quasi mal gerechnet.
00:07:57: wirtschaftlich ist das eigentlich.
00:07:59: Da kommt man doch auf sehr ernüchternd hohe Zahlen für, was sind die Herstellungskosten für so Liter Kraftstoff.
00:08:06: So dass man feststellt selbst mit regulatorik wird es ganz schön hart diesen Prozess am Markt frei und gut etablieren zu können.
00:08:15: aber diese Fähigkeit den Kohlenstoff wieder zugänglich zu machen um zurück in dem Prozess zu schieben hat uns total fasziniert und wir haben dann einfach überlegt gibt's nicht andere Anwendungsfälle wo man diesen gleichen Kontext realisieren kann, aber zu den heutigen Marktbedingungen.
00:08:31: Das heißt unser Anspruch war immer ohne grünes Premium und ohne Regulatorik muss das Geschäftsmodell funktionieren.
00:08:37: Sonst haben wir wirklich eine harte Zeit für die Implementierung.
00:08:41: Und dann ist es auch wirklich ein riesiges.
00:08:43: Es ist eh ein großes Invest, aber so eine Kundung ist natürlich ich will schon auch eine sehr gute Chance haben darauf dass das am Ende funktioniert.
00:08:50: Und das war für uns immer die Basisvoraussetzung.
00:08:53: Das haben wir ausgerechnet Bei dem Prozess, wenn wir Abfälle und CO-Zwei gemeinsam reformieren durch das Plasma.
00:09:01: Dann haben wir eben diese Voraussetzung gegeben.
00:09:03: Und es war dann auch der Startpunkt, um zu sagen, ja wohl, wir gründen aus.
00:09:09: Es hat dann trotzdem noch eine ganze Weile gedauert.
00:09:11: Wir sind dann zweiundzwanzig mit der Existförderung gestartet.
00:09:14: Da braucht man ein bisschen Vorlauf für die Beantragungen, die Prüfung und haben dann dreiundzwansicht die Firma gegründet als GmbH Und vierundzwanzig ist dann das erste Kapital aufgenommen mit einer fünf Millionen Ziedrunde.
00:09:28: Lass uns vielleicht erst nochmal tatsächlich in eure Technologien ein- tauchen, bevor wir auch noch mal schauen wo ihr gerade steht, welche Projekte ihr habt, welche Kunden, wo ihr da gerade seid.
00:09:37: Es geht aber euch um das sogenannte Plasma Reforming Verfahren.
00:09:41: Kannst du das mal so erklären?
00:09:43: Also was passiert da eigentlich?
00:09:44: dass es wie auch verstehen ohne vielleicht Chemieintergrund zu haben.
00:09:49: Also ganz bildlich gesprochen kann man sich so vorstellen, dass wir einen großen Behälter haben und da kommen CO²-Abfälle rein.
00:09:56: Und diese Abfälle sind sehr individuell und inhomogen.
00:09:59: Das heißt jedes Molekül sieht ein bisschen anders aus ist ein bisschen anderes zusammengesetzt.
00:10:04: Es kann sehr herausfordernd sein für Recycling Technologien je nach Verfahren natürlich.
00:10:09: In unserem Verfahren ist es so das wir das mit Plasma bearbeiten reformieren nennt sich das chemisch Und im übertragenen Sinne funktioniert es so, dass wir mit dem Plasma diese langen und komplexen und individuellen Molekülketten zerhexeln.
00:10:26: Also wir schneiden die sozusagen in die kleinsten möglichen Einheiten und hinten raus kommt dann CO also Kohlmonoxid und Wasserstoff H-II.
00:10:35: Und diese beiden kleinen Moleküle, die wiederum kann man sich vorstellen wie Basislegobauklötzchen aus denen die Chemie heute schon alles Mögliche neu zusammenbaut auch neue Kunststoffe.
00:10:48: Und dieses Gas-Gemisch, Kohlmonoxid und Wasserstoff, das stellen wir heute zum Beispiel aus Erdgas her.
00:10:53: Das heißt es ist schon eine Commodity, ein Basisbaustein in der Chemieindustrie, die heute fossil erzeugt wird.
00:11:01: D.h.,
00:11:01: die ganze Folgewertschöpfungskette gibt's ja schon!
00:11:04: Und das fangen wir toll, dass wir die Möglichkeit haben diese lineare Kohlenstoffkette an den beiden Enden zu packen sozusagen und diese Brücke zu bilden, um die miteinander zu verbinden.
00:11:15: Aber die ganze etablierte Wertschöpfung dazwischen bleibt unberührt sowohl finanziell als auch jetzt von der Technologie selber.
00:11:23: Und
00:11:24: in also euer Endprodukt?
00:11:25: In welchen Industrien wird es denn dann ganz genau eingesetzt?
00:11:27: Also was sind so Beispielunternehmen, Beispielindustrie für die Destin sinnvolles?
00:11:33: Also spannend ist es für die Chemieindustrie, die dann Kunststoffe daraus herstellen.
00:11:37: Das geht aber auch in Kraftstoffe kann es überführt werden über den Fischertropschprozess oder es geht ins Ammoniak und da geht zum größten Teil in Düngemittelherstellung.
00:11:50: also es fächert sich dann zunehmend weiter auf.
00:11:54: das heißt die Firmen mit denen wir sprechen sind so die klassischen großen Chemie-Industrien oder Chemiefirmen, die in der Regel auch global unterwegs sind und überall auf der Weltstandorte haben wo sie den gleichen Verfahren sozusagen anmenden.
00:12:08: Und überall da kann es natürlich dann auch adaptiert werden.
00:12:12: Was sind dann so die konkreten Vorteile für ein Unternehmen wenn die mit euch zusammenarbeiten?
00:12:16: Der Hauptvorteil ist dass Sie zirkuläre Synthesegas bekommen und damit die Möglichkeit haben zirkuläre Moleküle den Markt bereitzustellen.
00:12:25: Und da gibt es einen riesigen Bedarf, das spülen wir vor allem daran dass bei uns sich wiederum ganz viele Firmen melden die sagen könnt ihr bitte mal testen ob wir als Zeitgleichs deren entweder Industrieabfälle oder auch deren Produkte zirkulaire machen können?
00:12:41: und deshalb wissen wir auch dass sie ein riesiges Interesse haben diese zirkuleren Grundstoffe wieder zurückzubekommen, also da wirklich den Materialkreislauf zu schließen.
00:12:52: Da gibt es immenses Interesse.
00:12:54: ich meine die Automobilindustrie hat jetzt natürlich Rezyklatwerte aufeilig bekommen, sie sind jetzt in Kraft.
00:13:00: das heißt da gibt's tatsächlich auch von Außen sozusagen Druck auf dem Markt.
00:13:03: aber auch die anderen Branchen sind ja sehr aktiv dabei Auch wenn man noch nicht genau weiß ob die regulatorisch mit einbezogen werden und ab wann.
00:13:12: Aber ich habe da wirklich einen Eindruck ist auch ein großes Eigeninteresse mit im Spiel.
00:13:18: Das erklärt zu uns nicht den großen Amtsturm an Firmen, die es auf unser Verfahren gibt.
00:13:24: Genau das führt uns vielleicht auch dazu mal kurz wirklich konkret zu gucken.
00:13:28: Ja glaube ich sind Pilotprojekte, die schon angelaufen sind.
00:13:32: Was ist denn dabei euch so der Status gerade?
00:13:34: Wir haben insgesamt mehrere Anlagen, die wir momentan erfolgreich betreiben.
00:13:38: Zum einen eine Pilotanlage, in der wir in Stuttgart haben, wo wir unglaublich viele verschiedene Einsatzstoffe messen können und auch häufig für Firmen ganz explizit deren eigene Materialien testen und bewerten wie es zum einen die technische Machbarkeit aber eben auch die Wirtschaftliche.
00:13:54: bei einem Ende muss ja beides zusammengehen.
00:13:57: Dann haben wir aber auch eine industrielle Pilotanlage, die ist gerade in der Inbetriebnahmephase einigen Wochen in den Raffinerie Chini Park PCK Schwedt überführt werden und dann dort auch über viele Monate betrieben werden.
00:14:12: Das heißt, da haben wir eine Anlage die unter realen Bedingungen im echten Einsatz umgebung tätig ist, das natürlich auch nochmal toll und weiterer Schritt in dieser Skalierungsreise.
00:14:24: Das heißt ihr habt gerade noch einen Fokus auf Deutschland.
00:14:26: oder könnte ich mich jetzt auch als Unternehmen aus Österreich an euch wenden?
00:14:29: Absolut!
00:14:29: Ganz Europa ist für uns spannend und wir sind auch mit mehreren Chemie-Parks in ganz Europa im Austausch dazu und sind da immer interessiert an neuen Standorten und Kooperationen.
00:14:38: Ihr braucht
00:14:38: ja – hatte ich auch auf eurer Website gelesen – keine Vorsetierung des Plastikmülls.
00:14:44: Was unterscheidet euch denn von klassischen Recyclingverfahren?
00:14:49: Also Prinzwehr würde ich sagen, alles was zum Beispiel ins mechanische Recycling gehen kann darf da sehr gerne auch rein.
00:14:56: Weil ich dann natürlich einen sehr geringen Gesamt-Energieaufwand habe um das Material wieder zurückzuführen.
00:15:01: Es geht super für Petflaschen
00:15:03: z.B.,
00:15:05: die haben inzwischen am Markt aber auch schon ein Wert.
00:15:07: Das heißt ich muss Geld bezahlen wenn ich Petflashen haben möchte ist auch fair eine Ressource.
00:15:11: also bezahle ich dafür Geld.
00:15:13: Dann gibt es noch ein paar andere Recyling Technologien, Depolymerisierung zum Beispiel oder auch die Pyrolyse wo ich dann zunehmend weniger, aber durchaus immer noch eine Materialsortierung benötige.
00:15:24: Damit das Produkt was dort hinten rauskommt, dann auch wieder anschlussfähig ist.
00:15:29: sozusagen Das zeigt jetzt einfach die Praxis dass da auch die Pyrolyse je nach Technologie Aber insgesamt doch einfach eine gewisse Vorsortierung Benötigt damit das Pyrolysseöl was daraus kommt Dann auch verwertet werden kann.
00:15:42: im großen Stil Der Unterschied bei uns ist, dass wir über das Plasma ein sehr robustes Verfahren haben.
00:15:49: Das hat keinen Katalysator im Prozess selber, das heißt da kann auch nichts in die kaputgehend vergiften deaktiviert werden.
00:15:56: Das bringt schon mal einen großen Freiheitsgrad.
00:15:59: Das Plasma ist einfach sehr stupide sozusagen von der Grundidee her.
00:16:03: Es häckselt einfach alles klein was man da rein wirft.
00:16:06: natürlich ist jedes Atom was oben reinkommt muss irgendwo auch wieder hin.
00:16:10: Das ist schon klar.
00:16:11: dann muss man sich auch darum kümmern.
00:16:13: Alles geht eben sehr gut mit Standard Equipment.
00:16:15: Das heißt wir haben kein Zusatzaufwand und auch daran sind natürlich Verfahren schon gescheitert, dass sie unglaublich viel reinigen müssen danach um sicherzustellen das die Qualität erreicht werden kann.
00:16:25: Das haben wir eben in Stuttgart schon geschafft in dieser Plotanlage die komplett integriert und vollautomatisiert ist zu beweisen dass wir auf die industrielle Spezifikation kommen und wirklich auch drop-in fähig sind und es eine ganz große Besonderheit wo natürlich auch die Experten ganz am Anfang gesagt haben Ihr werdet sicherlich Gas erzeugen können, aber ob das nachher verwertbar ist da hatten sie große Fragezeichen.
00:16:49: Deswegen sind wir jetzt eben sehr stolz dass wir es jetzt schon zeigen konnten ja diese Prozess kann das bekommen auf die Qualität die erforderlich ist.
00:16:56: Du hast dir vorhin schon mal Rezyklat erwähnt und so ein bisschen regulatorik vielleicht.
00:17:02: dazu nochmal die die Massenvalentierung beim chemischen Recycling ist ja auf Ebene seit Jahren ungeklärt.
00:17:08: wie wirkt sich das dann auch diese Rechtsunsicherheit?
00:17:10: Wie wirkt euch das konkret aus?
00:17:12: Na ja, es erzeugt natürlich eine Zurückhaltung im Markt auf allen Seiten.
00:17:16: Sowohl auf der Anwendungsseite jetzt bei den Firmen selbst in den Branchen aber auch bei den Investoren und Investoren natürlich weil einfach nicht ganz klar ist was kommt da wie genau kommt das kommt überhaupt kommt sehr streng oder sehr schwach wird auch chemisches Recycling darin bewertet.
00:17:34: wir haben jetzt Verpackungsverordnung, das erste Mal überhaupt chemisches Recycling explizit genannt.
00:17:40: Das ist schon sozusagen ein großer Schritt und wir kämpfen einfach insgesamt immer noch damit viele Verständnis Ebenen auch zu klären.
00:17:52: da geht es darum dass natürlich die Verbände versuchen die Firmen oder die Branche zu repräsentieren.
00:17:59: Die Politik versucht natürlich näher regulatorisch zu treffen die dann insgesamt für uns als Gesellschaft gut vertretlich ist.
00:18:06: Da sind schon auch viele Klischees irgendwie, die so ein bisschen im Raum schweben.
00:18:09: Wo man einfach schauen muss wie kann man sich eigentlich gut miteinander austauschen und dieses gleiche Verständnis darauf als Basis zu ermöglichen oder zu schaffen um dann auch eine sinnvolle Regelung zu treffen?
00:18:22: Und es ist sozusagen ein bisschen nervig weil man jetzt schon sehr lange darauf wartet.
00:18:27: und das geht natürlich nicht nur unseres geht allen Beteiligten so dass man sich wünscht einfach Klarheit zu haben und dann natürlich auch eine Verlässlichkeit.
00:18:34: Wenn das in drei Jahren wieder umgewürfelt wird, hat man auch nichts davon.
00:18:38: Deswegen war für uns ja auch am Anfang der Ansatz sich nicht auf Regulatorik zu verlassen sondern Geschäftsmodell zu identifizieren was davon unabhängig ist.
00:18:47: und wenn Regulatory kommt, dann ist sie immer als Bonus on top.
00:18:50: die ist aus unserer Sicht begrüßenswert und beschleunigt dem Prozess definitiv aber wir sind nicht drauf angewiesen.
00:18:57: Also hast du gerade schon die.
00:19:01: Aber gibt es noch was, was ihr politisch oder regulatorisch am dringendsten benötigt würdet um schneller skalieren zu können?
00:19:08: Also würdet ihr euch etwas wünschen aus der Politik.
00:19:11: Klarheit auf jeden Fall.
00:19:13: Verlässlichkeit das hatten wir gerade schon und tatsächlich auch ein Abbau in der regulatorischen Anforderungen insgesamt.
00:19:21: also wenn ich so eine Anlage in einem Chemiepark baue, da muss ich ganz schön viele Bewilligungen vorher einholen und als neue Technologie hat man immer die Herausforderung dass man nicht in die üblichen Schubladen passt.
00:19:32: Das heißt egal was es jetzt an Regulatorik gibt und das ist egal ob wir jetzt über das ETS System sprechen oder eine BIMS Genehmigung.
00:19:39: Wir passen nie in diese Kategorien die es schon gibt.
00:19:43: und dann bin ich immer darauf angewiesen dass auf dem Abend eine Person sitzt, sie sagt ach das ist aber spannend.
00:19:48: Jetzt schauen wir doch mal gemeinsam wie wir das hinkriegen.
00:19:51: Wegen mir die beiden Kategorien, die nah dran sind übereinander, entscheiden wir uns für eine gibt es verschiedene Varianten und es total individuell abhängig und auch das bringt natürlich wieder eine Unsicherheit rein.
00:20:01: Auch was das zeitliche angeht geht jetzt nicht so sehr darum ob ich eine BIMS Bewilligung bekomme sondern wie lange ich dafür benötige um die zu bekommen Und dass man da natürlich als Start-up mit den gleichen Auflagen auferlegt wird, wie die ganz großen ist schon eine Herausforderung.
00:20:17: Weil wir natürlich personell ganz anders aufgestattet sind.
00:20:20: Dann
00:20:20: eine letzte Frage für dich – wo steht Cyclyce in den nächsten Wochen oder Monaten und wo vielleicht sogar in zehn Jahren?
00:20:26: Was ist eure Vision?
00:20:28: Also auf Basis dieser sehr gut laufenden Pilotanlage in Stuttgart sind wir gerade in der Planung der ersten industriellen Anlage.
00:20:34: Das heißt, wir bauen eine Anlage die größer sein wird als ein Einfamilienhaus in einem Chemiepark und freuen uns total dass es dafür auch schon Kunden gibt.
00:20:44: das macht total viel Freude eben auch gemeinsam mit der Industrie da an der Lösung zu arbeiten und nicht sozusagen im Kämmerchen ne Insellösung zu erarbeiten und dann auf den Markt zu werfen, sondern die gemeinsam auch auf die Bedarfe der realen Welt anzupassen.
00:20:58: Und dafür sind wir in der Finanzierungsrunde unserer Series A und freuen uns total, auch da wiederum gemeinsam mit Investorinnen und Investoren diese Reise zu starten und dann eben diesen Prozess auch großflächig global auszuwollen.
00:21:12: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch!
00:21:13: Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg!
00:21:15: Vielen Dank!
00:21:21: Wir hoffen dir es gefallen.
00:21:22: Wenn's so ist, würden wir uns selber eine positive Bewertung und ein Abo freuen.
00:21:27: Und falls du noch tiefer ins Thema eintauchen möchtest oder Kontakt zu unseren GesprächspartnerInnen suchst kannst du dich über www.dwr-eco.com ganz einfach bei uns melden.
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