Defossilisierung der Chemieindustrie – mit Maike Lambarth, Cyclize | DeepDive CleanTech #117
In dieser Folge von DeepDive CleanTech spricht Saskia Burzynski, Team Lead PR bei DWR eco, mit Maike Lambarth, Mitgründerin und CEO von Cyclize, über die Frage, wie sich die Chemieindustrie defossilisieren lässt. Cyclize, ein Spin-off der Universität Stuttgart, wandelt gemischte Abfälle und CO2 über ein nicht-thermisches Plasma-Reforming in Synthesegas um, eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, aus der sich Kunststoffe, Kraftstoffe oder Düngemittel herstellen lassen. Das Verfahren liefert einen Grundbaustein, den die Chemie bislang aus Erdgas gewinnt, und schließt den Kohlenstoffkreislauf, ohne die etablierte Wertschöpfung dahinter anzutasten.
Im Gespräch geht es um Maikes Weg von der Forscherin zur Unternehmerin und darum, warum das Team seinen Prozess nicht publiziert, sondern selbst zur industriellen Reife gebracht hat. Lambarth erklärt, warum Cyclize ohne Vorsortierung des Abfalls auskommt und was das Plasmaverfahren von mechanischem Recycling, Depolymerisierung und Pyrolyse unterscheidet. Sie ordnet ein, wo das Unternehmen heute steht, von der Pilotanlage in Stuttgart über die industrielle Anlage, die in den Chemiepark PCK Schwedt überführt wird, bis zur laufenden Series-A-Runde und der ersten großindustriellen Anlage. Außerdem spricht sie über die ungeklärte Massenbilanzierung beim chemischen Recycling auf EU-Ebene, über Genehmigungsverfahren, in die eine neue Technologie nur schwer passt, und über ihre Erfahrungen als Gründerin in einem männerdominierten Deep-Tech-Umfeld, in dem nur rund zwei Prozent des Wagniskapitals an weiblich geführte Unternehmen gehen.
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